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Terminsergebnis

Datum: 28.01.2016

Kurzbeschreibung: Strafverfahren vor der 1. Großen Strafkammer des Landgerichts Mosbach am 28.01.2016 um 8.30 Uhr wegen sexuellen Missbrauchs unter Ausnutzung eines Behandlungsverhältnisses

Der Angeklagte wurde wegen sexuellen Missbrauchs unter Ausnutzung eines Behandlungsverhältnisses in drei Fällen zu der Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt, deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt wurde. Dem Angeklagten wurde untersagt, während der dreijährigen Bewährungszeit Frauen zu behandeln. Als Bewährungsauflage hat der Angeklagte 15.000,- € in monatlichen Raten zu je 500,- € an eine gemeinnützige Einrichtung zu bezahlen.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren beantragt; die beiden Nebenklägerinnen hatten sich diesem Antrag angeschlossen. Die Verteidigung hatte eine Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von 1 Jahr und 6 Monaten zur Bewährung beantragt. 

Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der Angeklagte gilt bis zu seiner rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig.

Anlage - Terminvorschau vom 04.01.2016

Die Staatsanwaltschaft Mosbach wirft dem heute 80-jährigen Angeklagten vor, er habe sich als Geister- und Energieheiler ausgegeben. Aufgrund jeweils neu gefassten Willensentschlusses habe der Angeklagte sexuelle Handlungen an Personen, die ihm zur psychotherapeutischen Behandlung anvertraut gewesen seien, vorgenommen, um sich hierdurch sexuell zu erregen.

Zwischen dem 25.10.2014 und dem 10.11.2014 habe er einer 26-Jährigen seine Hände unter der Kleidung auf die Brüste gelegt. Er habe den Eindruck erweckt, dass die Berührungen zur Behandlung gehörten, um Widerstandshandlungen der jungen Frau zu verhindern.

Am 15.11.2014 habe er einer 18-Jährigen seine Hände unter der Kleidung auf die Brüste gelegt und sie an den äußeren Schamlippen gestreichelt. Die 18-Jährige habe geglaubt, dies gehöre zur Behandlung. Kurz darauf habe der Angeklagte versucht, die Stretch Hose der 18-Jährigen herunterzuziehen und auf deren Nachfrage, was das solle, erklärt, dass das Vorgehen dem Energiefluss diene.

Am 06.10.2015 habe er einer 25-Jährigen seine Hände unter der Kleidung auf die Brüste gelegt und dann die Brustwarzen gerieben mit der Erklärung, seine Berührungen diene der Aktivierung von Chakren. Angeblich um den energetischen Durchfluss zu erhöhen, habe er anschließend die Hose der 25-Jährigen geöffnet, deren Vagina unter dem Slip gestreichelt und sei mit dem Finger für 3-5 Minuten die die Vagina eingedrungen. Als die 25-Jährige den Angeklagten darauf angesprochen habe, dass sein Vorgehen nichts mehr mit der Therapie zu tun und ihre Hose hochgezogen habe, habe der Angeklagte entgegnet, dass zu jeder guten Therapie auch ein Orgasmus gehöre. Daraufhin habe die 25-Jährige den sog. Behandlungsort in Mosbach verlassen.

Die jungen Frauen hätten vor der Behandlung jeweils 50,- € bezahlt.

Der Angeklagte gilt bis zu seiner rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig.

Die Große Strafkammer ist mit dem Vizepräsidenten des Landgerichts Dr. Ganter, zwei Berufsrichtern und zwei Schöffen besetzt.

Zum dem Termin am 28.01.2016, 08.30 Uhr sind 4 Zeugen geladen.

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